Marketing in Krisenzeiten:
5 Tipps für Unternehmer, Geschäftsinhaber und Selbstständige

Was Sie als Unternehmer jetzt tun sollten

Marketing in Krisenzeiten - jetzt erst recht!

Innerhalb weniger Wochen hat Covid-19 unser gesamtes Leben verändert. Ob privat oder geschäftlich – alle sind betroffen und jeder ist mit Veränderungen und notwendigen Anpassungen konfrontiert.

Doch auch wenn es zunächst so scheinen mag: Nicht alle davon sind negativ. Jede Krise birgt auch Chancen, besser zu werden und Altes, bereits vor der Krise nicht Funktionierendes loszulassen. Ja, wir werden regelrecht gezwungen, dies zu tun.

Marketing in Krisenzeiten: Kunden im Fokus

Während der Krisenzeit sollten Sie sich unbedingt auf Ihre Kunden und deren Bedürfnisse fokussieren, Ihre Leistungen entsprechend ausrichten, anpassen und neu kreieren. Jede Krise ist irgendwann vorbei und Sie können bereits jetzt damit beginnen, Ihr Geschäft auf mehr Aktivität und einen noch besseren Service vorzubereiten.

In diesem Artikel geht es darum, was Sie aktuell tun sollten, um die Krise gut zu überstehen und Ihr Geschäft anschließend auf ein solides Fundament zu stellen.

Tipp 1 für Marketing in Krisenzeiten –
Halten Sie Ihre Kunden auf dem Laufenden

Aktuelle Infos veröffentlichen und anpassen

In Krisenzeiten herrscht immer große Unsicherheit. Veränderte Rahmenbedingungen zwingen uns dazu, mit vorübergehender Schließung, neuen Öffnungszeiten bzw. Erreichbarkeiten oder ungewöhnlichen Leistungen wie Abholservice oder Services über digitale Medien zu reagieren.

Informieren Sie Ihre Kunden unbedingt, dass Sie weiter geöffnet bzw. Ihr Angebot/Ihre Leistungen verändert oder angepasst haben. Wenn Sie nichts veröffentlichen, werden Ihre Kunden Sie aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht kontaktieren, da sie nicht wissen, ob Sie geöffnet haben oder Ihre Leistungen/Produkte überhaupt anbieten.

Machen Sie folgende Infos für Ihre bestehenden sowie potenziellen Kunden deshalb leicht zugänglich – am besten auf einen Blick:

  • Neue Öffnungszeiten (bzw. vorübergehende Schließung)
  • Neue Angebote und Leistungen (auch wenn diese nur bedingt verändert wurden)
  • Umsetzung gesetzlicher Vorschriften (z. B. Hygienemaßnahmen)
  • Kontaktmöglichkeiten (auch wenn sich nichts geändert hat)

Auch wenn Sie Ihr Geschäft vorübergehend schließen müssen und Sie keine alternativen Leistungen bzw. Services anbieten: Informieren Sie Ihre Kunden darüber, damit diese wissen, wann sie mit einer Wiedereröffnung rechnen können. Zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie weiterhin für sie da sind – besonders dann, wenn ein persönlicher Kundenkontakt nicht möglich ist.

  • Ihre Website: Lassen Sie Ihre Kunden nicht lange nach Informationen suchen. Platzieren Sie einen Banner oder ein Pop-up sowie weitere Informationen direkt auf der Startseite, an möglichst prominenter Stelle. Das gilt für alle Unternehmen, egal ob diese vorübergehend geschlossen oder geöffnet haben.

    Folgendes sollten Sie so schnell wie möglich und gut sichtbar auf Ihrer Website veröffentlichen:

    • Kurze Beschreibung Ihrer aktuellen Lage
    • Veränderte Öffnungszeiten
    • Leistungen/Produkte, die Sie momentan anbieten und evtl. Neuerungen (Lieferbedingungen, Dienstleistungen und deren Durchführung)
    • Aktuelle Kontaktmöglichkeiten (auch wenn diese unverändert sind) sowie ggf. veränderte Reaktionszeiten auf Kundenanfragen
    • Aktualisierte Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Reaktionszeiten auf der Kontaktseite
    • Wenn Sie einen Blog haben: Nutzen Sie auch diesen, um Ihre Kunden über Ihre aktuelle Lage zu informieren.
  • Ihr Google My Business Eintrag: Dieser fällt sofort ins Auge, wenn bei Google nach Ihrem Unternehmen gesucht wird. Deswegen sollten Sie auch hier alle Änderungen zeitnah einpflegen.

    Google bietet neue Funktionen und Aktualisierungsmöglchkeiten, speziell für die Corona-Krisenzeit:

    • „Vorübergehend geschlossen“-Kennzeichen oder neue Öffnungszeiten einpflegen
      (Achtung: Bei einigen unserer Kunden wurde das Geschäft auf Google My Business automatisch als „vorübergehend geschlossen“ markiert, was fatal ist für ein Geschäft, das in Wahrheit geöffnet ist bzw. seine Leistungen angepasst hat – unter „Attribute“ können Sie neue oder geänderte Leistungen platzieren)
    • Das Feld „Unternehmensname“ lässt sich jetzt bearbeiten und mit neuen Infos ergänzen, z. B. „Pizzeria La Mamma – Abholservice vor Ort“
    • Spezielle Google Posts mit aktuellen Informationen und Ankündigungen
    • Mehr zu Änderungen auf Google My Business, speziell während der Corona-Krise, lesen Sie hier: https://support.google.com/business/answer/9773423?hl=de
Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Erstellen und Optimieren Ihres Google-My-Business-Kontos finden Sie hier: “Google My Business Hilfe – Sichtbarkeit für Ihr Unternehmen leicht gemacht”

Tipp 2 für Marketing in Krisenzeiten:
Kommunizieren Sie mit Ihren bestehenden Kunden

Beziehungen pflegen und in Verbindung bleiben

Jetzt kommt es darauf an, mit Ihren Kunden zu kommunizieren, damit diese wissen, wie der Stand der Dinge ist. Bekommen sie keine Informationen, gehen sie möglicherweise davon aus, dass Sie geschlossen haben.

Sollte Ihr Geschäft tatsächlich vorübergehend geschlossen sein, zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie noch da sind und sich darauf freuen, sie nach der Wiedereröffnung wieder zu begrüßen. Zeigen Sie auch, dass Ihre Mitarbeiter nicht stillsitzen, sondern im Hintergrund weiterarbeiten. Erzählen Sie, welche neuen Wege Sie jetzt beschreiten, um Ihre Kunden weiterhin zu bedienen und Ihre Produkte und Leistungen anzubieten (Lieferservice; Beratung via Zoom; Kauf, Beratung oder Anfragen über die Website etc.).

Im Vordergrund der Kommunikation sollte weder eine Werbebotschaft, noch ein Hilferuf stehen. Informieren Sie Ihre Kunden stattdessen und folgen Sie deren momentanen Bedürfnissen, indem Sie passende Tipps und Anleitungen teilen und auf diese Weise Unterstützung bieten.

Mögliche Kommunikationskanäle:

  • Newsletter
  • Social-Media-Beiträge
  • Eigene Website
  • Google-My-Business-Beiträge
  • Klassische Medien wie lokale Zeitungen oder Radiosender (besonders geeignet für Mehrwert bringende Inhalte wie Tipps und Anleitungen)

Hier noch 10 praktische Tipps für eine gelungene Krisenkommunikation von Marketingexpertin Dr. Julia Lorenzen: www.julialorenzen.de/kommunikation-in-der-krise-10-tipps/

Tipp 3 für Marketing in Krisenzeiten:
Passen Sie Ihr Unternehmen an Kundenverhalten und Rahmenbedingungen an

Stillstand vermeiden

Werden Sie kreativ. Nutzen Sie jetzt die unter Umständen gewonnene Zeit und überlegen Sie, wie Sie Ihren Service weiter verbessern bzw. was Sie künftig – insbesondere nach der Krise – anders machen können. Denken Sie auch über das nach, was möglicherweise bereits in der Vergangenheit nicht optimal lief und was Ihnen nun vor die Füße gefallen ist.

Was kann jetzt funktionieren, welche Bedürfnisse haben Ihre Kunden aktuell und wie können Sie diese am besten bedienen? Welche neuen Wege könnten Sie beschreiten, was könnten Sie Neues starten (was Sie vielleicht schon lange vorhatten)? Nun ist eine gute Gelegenheit, dies auszuprobieren.

Versuchen Sie Ihren Fokus nicht auf das zu legen, was Sie ohnehin nicht ändern können. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf das Erlernen neuer Fertigkeiten, um Ihre Dienstleistungen noch besser und flexibel an die Gegebenheiten anpassbar zu machen. Nutzen Sie jetzt Ihre Chance, Innovationen voranzutreiben und Veränderungen umzusetzen!

Tipp 4 für Marketing in Krisenzeiten:
Jetzt erst recht: Mit Marketing neue Kunden gewinnen

Paradoxerweise kann Ihnen gerade die Krise dabei helfen, neue Kunden zu gewinnen und auf Ihre Produkte/Leistungen aufmerksam zu machen – aus zwei Gründen:

Erstens sind momentan viele Menschen zu Hause und haben Zeit, sich zu informieren und bisher aufgeschobene Projekte zu realisieren.

Zweitens neigen wir alle – ob privat oder geschäftlich – dazu, unsere Kosten in Krisenzeiten drastisch zu reduzieren. Und Marketingkosten werden von Unternehmern als Erstes gestrichen.

Wenn Sie in dieser Zeit Marketing betreiben, werden Sie nicht nur besser sichtbar, sondern haben auch niedrigere Kosten, da es mit Sicherheit wenige aktiv agierende Mitbewerber gibt. Deshalb – auch wenn Sie jetzt Kosten senken müssen: Beenden Sie nicht rigoros alle Ihre laufenden Marketingaktivitäten, sondern überprüfen Sie jede einzelne und treffen Sie eine Auswahl.

Betrachten Sie jeden Marketingkanal. Schauen Sie, inwiefern sich Kundenverhalten und Bedürfnisse verändert haben: Welche Kunden können Sie wo zurzeit am besten erreichen und was brauchen Ihre Kunden jetzt? Passen Sie Ihre Strategie entsprechend an.

Denken Sie auch an die Zeit nach der Krise. Viele Menschen sind in unsicheren Zeiten zurückhaltender in ihrem Kaufverhalten. Bei Bedarf – und den gibt es letztlich immer – recherchieren sie zwar und treffen Entscheidungen für bestimmte Leistungen oder Produkte, verschieben aber die Anschaffung auf später. Bleiben Sie deshalb sichtbar, ansprechbar und hilfsbereit für Ihre potenziellen und bestehenden Kunden – auch in Krisenzeiten.

Hier finden Sie unseren Online-Marketing-Leitfaden für lokale Unternehmen inkl. Mustervorlagen zum Download: “Mehr Kunden, Kontakte und Verkäufe mit Online-Marketing – für Dienstleister, Handwerker und stationäre Händler”

Tipp 5 für Marketing in Krisenzeiten:
Agieren Sie auch digital

Produkte und Leistungen online anbieten

Dank vielseitiger Online-Möglichkeiten können Sie Ihre Leistungen und Produkte auch virtuell anbieten, ohne direkten Kontakt und auf Distanz mit Kunden kommunizieren und Mitarbeiter führen, ohne dass Sie anwesend sind.

Wenn Sie Ihr Unternehmen bereits vor der Krise auch digital ausgerichtet haben, können Sie Ihre Leistungen umso schneller an die Gegebenheiten anpassen, z. B. Produkte über Ihren Online-Shop anbieten, Yogakurse online geben sowie es Ihren Kunden ermöglichen, sich online beraten zu lassen, Dienstleistungen über Ihre Website zu buchen und Termine zu vereinbaren.

Hier einige Ideen und Tipps zur Digitalisierung Ihres Angebots:

  • Eine einfache und schnelle Möglichkeit, einen eigenen Online-Shop auf Ihrer Website zu integrieren, bietet das Simpliby GutscheinSystem inklusive vollwertigem, professionellem Online-Shop.
    Bieten Sie ohne großen Aufwand nicht nur Online-Gutscheine, sondern auch Ihre individuellen Produkte, E-Books, Lieferservices, Beratungsleistungen und vieles mehr an. Weitere Infos unter https://gutscheinsystem.simpliby.com
  • Hier werden verschiedene Videokonferenz-Tools für die Telekommunikation mit Ihren Kunden und Mitarbeitern vorgestellt: (Link)
  • Hilfreiche Tipps fürs Homeoffice sowie eine umfangreiche Homeoffice-Checkliste für Unternehmer bietet dieser interessante Artikel von Diplom-Psychologin und Business Coach Janett Dudda: www.janettdudda.de/homeoffice-coronavirus-tipps

Marketing in Krisenzeiten: Zusammenfassung und Fazit

Natürlich sollten Sie in einer Krise zunächst einmal alles daran setzen, Ihr Unternehmen zu stabilisieren bzw. so gut wie möglich „über Wasser zu halten“. Verlieren Sie dabei jedoch nicht den Kundenfokus und zeigen Sie sich gegenüber Kunden und Interessenten hilfsbereit. Orientieren Sie sich nicht am größtmöglichen Gewinn, sondern an der bestmöglichen Unterstützung Ihrer Kunden. Bieten Sie diese auch kostenlos, etwa in Form von nützlichen Inhalten.

Bleiben Sie flexibel, verharren Sie nicht angesichts besonderer Umstände oder Restriktionen. Passen Sie Ihre Leistungen und Produkte an die Bedürfnisse Ihrer Kunden an – selbstverständlich im Rahmen Ihrer individuellen Möglichkeiten und Stärken. Nutzen Sie aber auch die Chance, Neues zu lernen und Ihre Kompetenzen zu erweitern.

Bleiben Sie aktiv und streichen Sie nicht gleich alle Marketingaktivitäten. Zwar werden Sie wahrscheinlich nicht so viele Menschen erreichen, dass Sie sich vor Aufträgen kaum retten können. Dafür haben Sie die einmalige Chance, Ihre potenziellen Kunden in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Damit gewinnen Sie einen Vertrauensbonus, mit dem Sie diese später wesentlich leichter für Ihre Produkte und Dienstleistungen gewinnen können.

Irgendwann ist auch diese Krise vorüber. Seien Sie darauf vorbereitet.

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